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Montag, 2. März 2009

Gedanken zur Stadtentwicklung

Das Projekt Stadtentwicklung könnte eine der wichtigsten Weichenstellungen in den letzten 50 Jahren sein. Ich möchte an dieser Stelle einige Gedanken niederlegen und diese zur Diskussion stellen.

Wir werden gezwungen sein, hunderte von Mio € in die energetische Sanierung zu stecken. Da haben wir was vergessen. Da geht es nämlich auch um Kaufkraftbindung.

Stadtentwicklung sollten wir nicht verwechseln mit dem Aufbau von schnellen Lösungen, von Scheinfassaden wie einst durch Herrn Potemkin praktiziert.

Wenn Stadtentwicklung wirklich Sinn machen soll, so sollten wir uns mit Ursachen und Zusammenhängen, die wiederum Realitäten erzeugen und nach sich ziehen, auseinandersetzen. Das ist wie mit den Hormonen, dies haben auch nur Steuerungsfunktionen, sie haben die Aufgabe bestimmte Prozesse anzutippen.

Beispiel Bahnhofsstraße, gähnende Schaufenster, sterbende Straße. Die Gründe für die Leerstände sind vielfältig und sitzen tief. Die Leerstände sind Folgeerscheinungen komplexer udn vielfältiger Faktoren.
  1. Der von der Politik und Gesellschaft in Kauf genommene Niedergang des Einzelhandels
  2. Die von der Stadtplanungs selbstverschuldete Pulverisierung der Zentrumsfunktionen
  3. Die "amerikanisierende" Politik der Filialisten in die Aussenbereiche "buy & ride"
  4. Verfehlte Baulandpolitik der Kommunen: "Bieten Gewerbeflächen zu Spottpreis..."
  5. Fehlende Früherkennungs- und Steuerungsinstrumente der Kommunen
  6. Die schwindende Kaufkraft der Konsumenten
  7. Schwindende Identifizierung mit der eigenen Stadt
Gegen diese tief sitzenden Grundströmungen im Hintergrund kann keine vordergründige Werbekampagne oder Marketingoffensive nachhaltig und erfolgreich ankämpfen. Sie sind es die die Faktizitäten schaffen und die Weichen auf "Go" oder "No go" stellen.

Die Probleme sind in vielen Kommunen ähnlich. Dabei schielen viele der kommunalen Entscheidungsträger nach schnellen Lösungen, gründen Marketing-Abteilungen, beauftragen Citymarketing-Spezialisten etc. vergessen jedoch auf die versteckten Ursachen zu sehen. Viele dieser Defizite und Versäumnisse sind nicht wieder zu reparieren, weil neue Fakten geschaffen wurden. Allerdings macht der Blick auf diese Zusammenhänge neue Lösungen und neue Chancen denkbar.

Heisst im Fall der Bahnhofstraße, dass weder die Dezentralisierung der Einkaufsmöglichkeiten rückgängig gemacht werden kann, noch neue Frequenzbringer aus dem Hut gezaubert werden können, noch die Kaufkraft der ansässigen Bevölkerung gestärkt werden kann, noch die Zeit der Tante Emma-Läden reaktiviert werden kann.

Die einig verbliebene Chance für eine Revitalissierung der Innenstadt liegt möglicherweise darin, externe Kaufkraft mit hoher Schlagzahl nach Altötting zu locken. Und dazu wären wir in der Lage, denn wir könnten aus einem deutschlandweiten Touristenpool schöpfen. Wir müssten nur dafür sorgen, dass wir diesen Topf so anzapfen, dass ein ständiger Energie-Fluss entstehen kann. Wir bräuchten Angebote, die immer neue und immer wieder motivierbare Touristen nach Altötting anzögen. Altötting ist ein uralter kultischer, uralterkeltischer Ort.
Diese Kombination an uralter lokaler Kulturgeschichte ist in Europa nicht leicht wiederzufinden.

Wenn es gelänge, dieses Pfund und den Benedikt XVI-Effekt zu organisieren, könnte es klappen, externe Kaufkraft so zu kanalisieren, dass diese sich in Altötting entladen könnte....

Aktive Innenstadt, Aktive Bürgerschaft

"Aktive Innenstadt Altötting" ist das Thema eines städtischen Projektes, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Innenstadt, die Bahnhofstraße zu revitalisieren. Dazu haben Stadt und das beauftragte Entwicklerteam für Freitag, den 6. März und Samstag, den 7. März zu einem Fachforum geladen.

Am Freitag gibt es Impulsreferate vom Ersten Bürgermeister aus der Sicht der Vertreter der Stadt und Wirtschaft sowie von Seiten der eingeladenen Referenten, die Altötting von Außen kritisch beleuchten.

Neben verschiedenen Referaten werden Themen bezogene Arbeitsgruppen gebildet:
  1. "Altötting ist das Herz Bayerns und eines der Herzen Europas" Wie setzen wir diesen Ausspruch Papst Benedikt XVI um ?
  2. Stadtentwicklung und Ortsbild- wie wird unsere Innenstadt vitaler?
  3. Wallfahrt und Tourismus, Kultur - wo setzen wir die Schwerpunkte?
  4. Gewerbe, Dienstleistungen, Einzelhandel - was kann zur Verbesserung des Standortes Innenstadt beigetragen werden?
Eingeladen zu diesem Fachforum sind die Vertreter der örtlichen Wirtschaft, die Vertreter der Klöster und der Kirchen, Stadträte und die Abteilungsleiter der Verwaltung.

Da darf man natürlich gespannt sein, was dabei an nachhaltig Nutzbarem herauskommen kann. Vorbilder gibt es ja genug. Zum Beispiel das kleine steyrische Dorf Steinbach, das das geflügelte Wort vom "Steinbacher Weg" kreiert hat. Dort wurde die Erfahrung gemacht:

"Es kommt niemand von außen, der einer Gemeinschaft weiterhelfen kann..."


Für Altötting gilt natürlich das Gleiche. Und es geht meines Erachtens um weit mehr als nur um eine Aktive Innenstadt zu revitalisieren. Es geht darum, die Systemwirkungen in Altötting ausfindig zu machen und dann und dort Weichen stellen, wo wir Strukturen verändern können, wenn möglich langfristig.
Altötting neu aufzustellen, zukunftsfähig aufzustellen.

Toni Dingl

Sonntag, 1. März 2009

Betriebs-/ Nutzungskonzept Kultur- und Begegnungszentrum

Die Pläne der Architekturwettbewerbs lassen es ahnen, dass das künftige Kultur- und Begegnungszentrum erhebliche Investitionsmittel verschlingen wird. Weil dem so ist, sollte es jetzt das Gebot der Stunde sein, ein stringentes Nutzungs- und Betriebskostenkonzept zu suchen, zu diskutieren und aufzustellen.
Dieses Nutzungskonzept sollte alle Belange, die kulturellen, aber auch auch die eines Ausbaus eines zukünftigen Tourismus einbeziehen.
Ich bin der Meinung, dass wir uns dieses Projekt nur dann leisten können, wenn es gelingt, mit dieser Infrastruktur neue Wirtschaftskraft aus dem Veranstaltungstourismus in die Stadt zu locken. Dies wird schwer werden. Man muss nur den Veranstaltungskalender eines ähnlichen Projektes, des Europäums - es hat 11,1 m Mio € gekostet - (www.europaeum.at) in Mariazell ansehen, dann sieht man, wie dünn diese Luft im Eventmanagement dort offensichtlich ist.
Um so mehr ist es wichtig, eine detaillierte Vorstellung von den künftigen möglichen auch gewinnbringenden Aktivitäten - auch was die Umlenkrendite betrifft - zu suchen, um diese dann auch dem Planer ins Stammbuch zu schreiben.

Das Kultur- und Begegnungszentrum

Der Architekturwettbewerb für das Bürger- und Begegnungszentrum ist nun wohl entschieden. Das Projekt - das steht fest - wird eine erhebliche Investition und damit Verschuldung unserer Stadt nach sich ziehen. Die Investitionskosten sind, dabei nur die eine Seite der Medaille. Diese müssen auch nicht das große Problem sein, wenn die Investition einen entsprechenden Nutzen bringen soll und kann. Wenn allerdings der Nutzen in einem ungleichen Verhältnis zum Aufwand steht, werden die betrieblichen Kosten zu einem Riesenproblem und zwar für die zukünftigen Generationen und das steht auf der anderen Seite eben dieser Medaille. Jedenfalls ist es wichtig Zahlen und Fakten zu erarbeiten. Nicht der Zeitplan und der Zeitdruck dürfen das alles entscheidende Kriterium sein, sondern die Erarbeitung eines durchdachten und abgestimmten Nutzungskonzepts.
Dabei sollten finanzpolitische Weichenstellungen in Anbetracht dieser Größenordnung in einem Konsens erstellt werden. Und diese Diskussion und Auseinandersetzung muss jetzt passieren.

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