Die Piruette ist aus dem Eiskunstlauf wohl bekannt und sie wird vielen Fernsehzuschauern gerade bei den Olympischen Winterspielen wieder in Erinnerung gebracht. Der französische Begriff meint übersetzt "sich im Kreis drehen“ oder „schnell seinen Standpunkt ändern“.
Als eine solche Figur könnte die jetzt auch von der neuen Bundesregierung als Jahrhundert-Projekt verkaufte aktuelle Energie-Wende bezeichnet werden. Denn das, was als "Energiewende", also als eine Umkehr oder zumindest als ein Richtungswechsel in der bisherigen Energiepolitik verkauft wird, bringt uns nicht weiter, wir drehen uns dabei nur im Kreis.
Den Gemeinden und Städte werden Energie-Konzepte abgefordert, es sollen Energie-Verbräuche analysiert, Energieträger zugeordnet, Einsparpotenziale festgemacht, Umstiegsszenarien entworfen, Energie-Kataster erstellt, Aktionspläne für nachhaltige Energien entwickelt werden, wie fossile Energieträgern durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden können, es sollen Leitbilder formuliert und Mobilisierungs-Kampagnen für die Bürgerinnen und Bürger installiert werden.
Die Kommunen sollen nur machen!
Nichts davon passiert auf landes- und bundesdeutscher Ebene wirklich. Es wird lediglich da gekürzt, dort verzögert, von einem zum anderen verschoben und alle diejenigen verschont, die am lautesten jammern.
Es gibt keinen Masterplan.
Die Tragik dabei ist: Alle, die dies sich von der Droge der fossilen Energien nicht lösen können, wird der Entzug am Ende am Härtesten treffen.
Dabei wäre es höchste Zeit, für einen solchen Plan alle ins Boot zu holen: Forschung, Industrie, Wirtschaft und Verbraucher. Denn zu einer wirklichen Energiewende gibt es keine Alternative.
Der jetzige, dafür verantwortliche Minister, Gabriel, könnte die Gunst der Stunde nutzen, den Fuss von der Bremse nehmen und seinem Namen alle Ehre bereiten. Denn, wie wir aus der Bibel wissen, gilt Gabriel, der Erzengel, als Erklärer von Visionen.
Toni Dingl
Umweltreferent der Stadt Altötting